Der Bilzweg erstreckt sich über zehn Kilometer bei einer Gehzeit von etwa drei Stunden. Er überwindet einen Höhenunterschied von 287 Metern und ist durchgängig mit dem grünen Streifen-Schild „Bilzweg“ markiert. Was diesen Weg auszeichnet, ist seine große landschaftliche Abwechslung: Er führt durch Wälder, vorbei an stillen Teichen, durch den tief eingeschnittenen Lößnitzgrund und hinauf zu den Weinbergen der Lößnitz mit ihren weiten Ausblicken ins Elbtal.
Start- und Zielpunkt des Rundwegs ist der Eduard-Bilz-Platz in der Oberlößnitz . Der 2002 vom Bilzbund eingeweihte und 2017 neu gestaltete Schmuckplatz mit Wasserspiel und Trinkbrunnen markiert den Kreuzungspunkt von Eduard-Bilz-Straße und Augustusweg . Von hier aus führt die Route zunächst in Richtung Hoflößnitz – dem einstigen kurfürstlichen Weinberg und heutigen Museum für sächsische Weingeschichte.
Vom hier aus geht es zunächst entlang der Eduard-Bilz-Straße und vorbei an der ehemaligen Bilz-Naturheilanstalt (Hausnummern 53–57), die Bilz ab 1890 zu einem der größten Naturheilanstalten seiner Art ausbaute. Über die Weinbergstraße erreicht man das Bennoschlößchen, das älteste erhaltene Herrenhaus der Lößnitz aus dem Jahr 1570 . Weiter führt der Weg durch die Weinberge – vorbei an historischen Winzerhäusern aus dem 17. Jahrhundert – über die Weberstraße und den Eggersweg gelangt man hinauf zum Spitzhaus.
Das Spitzhaus ist einer der landschaftlichen Höhepunkte der Tour. Der Ausblick von hier auf das Elbtal ist eine Wucht – das Tal liegt zu Füßen, die Weinberge staffeln sich terrassenförmig nach unten. Direkt daneben steht der Bismarckturm, von dessen Plateau sich der Blick ebenfalls lohnt. Über die legendäre Spitzhaustreppe mit ihren vielen Stufen gelangt man wieder hinab ins Tal weiter zur Hoflößnitz, dem Berg- und Lusthaus, das Kurfürst Johann Georg I. ab 1649 errichten ließ. Hier lädt das Weingut zur Rast mit einem Glas sächsischen Wein ein. Über die Weinbergstraße und die Lößnitzgrundstraße führt der Weg in den Lößnitzgrund.
Hier wird der Web von der Lößnitzgrundbahn begleitet, der berühmten Schmalspurbahn, die seit 1884 durch das Tal dampft und von den Einheimischen liebevoll „Lößnitz-Dackel“ genannt wird. Auf der Höhe des Steinbruchs „Hoher Stein“ schwenkt der Weg nach Westen, hinauf zum Jagdweg und weiter „Am Spittelholz“ bis zum Buchholzweg. Der bewaldete Abschnitt bietet naturnahe Erlebnisse. Am Buchholzweg wendet sich der Weg nach Norden bis zum Meiereiweg. Hier befindet sich das Bilzbad. Im ehemaligen Pförtnerhäuschen hat der Bilzbund eine kleine Sammlung über Eduard Bilz zusammengestellt. Diese kann auf Anfrage besichtigt werden. Über den Meiereiweg führt der Weg wieder in den Lößnitzgrund, vorbei an kleinen Teichen und immer entlang des Lößnitzbaches. Von der Lößnitzgrundstraße aus wendet sich der Weg weiter nach Osten. Über den Unteren Langenwiesenweg gelangt man zum historischen Dorfanger Altwahnsdorf. Kinder freuen sich hier über den idyllischen Spieplatz. Durstige Wanderer freuen sich über ein Glas Radebeuler Wein in der Straußwirtschaft ZiegenWein, die auch leckere Käse-Produkte anbietet. Über den Graue Presse Weg und den Straken gelangt man wieder zum Ausgangspunkt am Eduard Bilz-Platz.
Informationen vor Ort
QR-Codes auf den Wegweisern informieren an verschiedenen Stationen über das bewegte Leben und Wirken des Naturheilkundlers und Lebensreformers
Sie erzählen von den Anfängen im Kolonialwarenladen, von der Freundschaft mit Karl May, mit dem Bilz auf dem Friedhof Radebeul-Ost seine letzte Ruhestätte teilt, und von der kühnen Utopie seines Science-Fiction-Romans „In hundert Jahren“, in dem er seine Vision eines Naturstaates entwarf. Der Bilzweg macht diese vielschichtige Geschichte vor Ort erfahrbar – als Einladung, die Prinzipien einer naturgemäßen Lebensweise selbst zu entdecken.
Friedrich Eduard Bilz
Friedrich Eduard Bilz, geboren am 12. Juni 1842 in Arnsdorf, kam durch die eigene Bewältigung schwerer gesundheitlicher Krisen zu der zentralen Erkenntnis, dass eine konsequent gesunde Lebensweise Krankheiten nicht nur lindert, sondern ihnen aktiv vorbeugt. Als junger Webergeselle litt er unter den miserablen Arbeitsbedingungen der Industrialisierung – täglich 14 Stunden in geschlossenen Räumen, dazu künstliches Licht und mangelnde Bewegung – was zu Magenkrämpfen und einer ernsten Lungenleidenschaft führte. Diese Erfahrungen prägten sein Leben und ließen ihn zum Autodidakten der Naturheilkunde werden.
Sein Hauptwerk „Das neue Naturheilverfahren“, im Volksmund liebevoll Bilz-Buch genannt, entwickelte sich zum Bestseller. Das Lexikon mit einfachen, plastischen Erklärungen medizinischer Sachverhalte wurde millionenfach verkauft – bis 1938 waren rund 3,5 Millionen Exemplare in zwölf Sprachen verbreitet. Aus den beträchtlichen Erlösen schuf Bilz ab 1905 in Radebeul ein Licht-Luft-Bad, eine Volksgesundheitsstätte, die auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein sollte. Die Anlage umfasste zunächst 50 Luftbadezellen, mehrere Wasserbassins und später eine der ersten Wellenmaschinen Deutschlands – eine 1911 auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden vorgestellte Undosa-Wellenmaschine, die Bilz sofort erwarb und 1912 einbauen ließ. Diese älteste noch betriebene Wellenmaschine ihrer Bauart ist heute ein technisches Denkmal und kann bis heute genutzt werden. Daneben entwickelte und produzierte er „Reform-Nährmittel“ wie Bilz-Nährsalz, Nährsalzkakao und Malz-Kaffee sowie die alkoholfreie Bilz-Brause, die gemeinsam mit dem Getränkefachmann Franz Hartmann entstand und heute unter dem Namen Sinalco weltweit bekannt ist.
Sehens- und Erlebenswerteswertes
- Infotafeln zu Eduard Bilz mit QR-Codes
- Aussichtspunkt Albrechtshöhe
- Aussichtspunkt Bismarckturm
- Spitzhaus & Spitzhaustreppe (mit Audioguide & Aussichtspunkt)
- Weinbaumuseum Hoflößnitz (mit Spielplatz, Kräutergarten, Sttaion des Bienenweges & Audioguides)
- Straußwirtschaften & Weingüter
- Bilz-Bad
- Bilz-Museum
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