Am 27. Januar 1945 hatten sowjetischeTruppen die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz befreit. In Erinnerung an dieses historische Datum wird auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog an diesem Tag seit 1996 in Deutschland der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.
Seit dem vergangenen Jahr findet die Gedenkstunde in Radebeul in einem neuen Rahmen statt. Aufgrund einer Initiative in Form eines offenen Briefes, unterzeichnet von 25 Erstunterzeichnern und weiteren Unterstützern aus der Radebeuler Bürgerschaft wurde die Gedenkstunde vom Rosa-Luxemburg-Platz in die Krankenhauskapelle
(Raum der Stille) der Elblandklinik Radebeul verlegt und fand in einer völlig veränderten Gestaltung unter Beteiligung von Schülern des Radebeuler Lößnitzgymnasiums und großer Anteilnahme der Bevölkerung statt.
Oberbürgermeister Bert Wendsche und die Vertreter der Initiative laden alle Radebeuler Bürger, Vereine, Kirchgemeinden und Schüler, Jung und Alt für den
27. Januar 2011 um 17.00 Uhr in die Krankenhauskapelle (Raum der Stille) an der Station 1 der Elblandklinik Radebeul zu einer Gedenkstunde ein.
Wir freuen uns sehr, dass es uns wie im letzten Jahr gelungen ist, entsprechend eines wesentlichen
Teils unseres Anliegens, eine Schülergruppe der 9. Klasse der Mittel schule Radebeul Mitte zur Mitwirkung an der Gedenkstunde zu gewinnen. So werden die Schüler ihre Erfahrungen und Reflektionen mit dem Thema Euthanasie beim Besuch der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein gestalten. Mitglieder der Musikschule Meißen
sorgen für die musikalische Umrahmung. An die Feierstunde schließt sich ein gemeinsames stilles Gedenken am Mahnmal auf dem Rosa-Luxemburg-Platz an.
Durch Feuer schalen um das Mahnmal und eine gemeinsame Schweigeminute soll das Innehalten und Gedenken noch einmal bewusst werden. Im Anschluss besteht die Möglichkeit Blumen und Kränze niederzulegen.
Am Abend des 27. Januar findet um 19.30 Uhr in der Aula des Lößnitzgymnasiums die szenische Lesung der Kriminalgeschichte »Adressat unbekannt« von Kressmann Taylor statt. Interpret ist Friedrich Wilhelm Junge,
Klanginstallationen von Max Rothe. Zum Stück schreibt Elke Heidenreich, Autorin und Kolumnistin: »Ich glaube, dass Millionen Deutsche Sätze formuliert und gedacht haben wie Martin Schulse. Ich glaube, dass Millionen Deutsche nicht wirklich wollten, dass Millionen von Menschen in Auschwitz, Buchenwald, Theresienstadt eingesperrt und ermordet werden würden. Aber wir heute wissen, dass es eben da endete. Wir wissen es.
Und das genau macht die Dramatik dieserkleinen, starken Briefnovelle aus.«
Bert Wendsche, Oberbürgermeister
Thomas Berndt, für die Erstunterzeichner