Das Thema Feinstaub ist - nicht nur im Sommer - von allgemeinen Interesse.
Frau Dr. Andrea Hausmann, Referatsleiterin im Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat uns Auskunft zur Feinstaubbelastung in Radebeul gegeben:
»Zur Belastung mit Feinstaub PM10 in Radebeul möchte ich Ihnen mitteilen:
Das sächsische Messnetz zur Überwachung der Luftqualität besteht z.Z. aus 30 Messstationen.
An 25 Messstationen wird die Konzentration von Feinstaub PM10 in der Außenluft gemessen. Die Anforderungen an die flächendeckende Überwachung der Luftqualität sind in der 22. Verordnung zur Durchführung des
Bundes-Immissionsschutzgesetzes fest ge schrieben. Danach sind nicht nur Messungen an stark belasteten verkehrsnahen Punkten, sondern auch im Stadthintergrund, am Stadtrand und in ländlichen Gebieten durchzuführen.
Die Messstation Radebeul-Wahnsdorf dient zur Ermittlung der Hintergrundbelastung. Neben Aussagen zur Luftbelastung an einzelnen Punkten (Messungen), werden vom LfULG/Referat Luftqualität auch über Modellberechnungen Aussagen für ganz Sachsen (Raster 2,5 x 2,5 km) bzw. einzelne Städte (Raster 1 x 1 km) getroffen. Dabei handelt es sich um Interpolationsverfahren mit Luftmesswerten und Ausbreitungsrechnungen für den Schadstoffausstoß des Straßenverkehrs.
Der Straßenverkehr ist eine Hauptquelle für Luftbelastungen. Deshalb werden für die Städte, in denen Grenzwertüberschreitungen auftraten, weitere Berechnungen durchgeführt. Dabei wird für die stark befahrenen
Straßen die Luftqualität straßenabschnittsfein bestimmt.
Für Radebeul gibt es eine solche vollständige Modellierung bisher nicht. Deshalb können nur die Zusatzbelastungen durch den Straßenverkehr in ähnlichen Abschnitten, die in Dresden bereits berechnet wurden, auf Radebeul übertragen werden. Für den Abschnitt Meißner/ Moritzburger Straße ergab das ca. 29
Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (μg/m³) PM10 im Jahresmittel.
Mit Bezug auf die Überschreitung des PM10-Kurzzeitgrenzwertes von 50 μg/m³ (an mehr als 35 Tagen im Jahr) existiert für Sachsen ein statistischer Zusammenhang mit dem Jahresmittelwert in der Art, dass bei PM10-Jahresmittelwerten <30 μg/m³ eine Grenzwertüberschreitung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen
werden kann. Das heißt, der PM10-Kurzzeit-Grenzwert wird knapp, der PM10-Grenzwert für das Jahresmittel
(40 μg/m³) sicher eingehalten.
Zum Abschluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass sich die Lage von Radebeul im Elbtal nicht nur nachteilig auf die Luftqualität auswirkt. Durch Öffnung des Tals in Richtung Westnordwest werden belastete Luftmassen
aus östlichen bis südöstlichen Richtungen oft schneller abtransportiert (sog. Böhmischer Wind).«