Es ist eine Leidenschaft, das Formen von Ton, das Verzieren mit eigenen Glasuren, der Brand im Ofen bei mehr als 1000 Grad. Die faszinierende Vielfalt dieses Handwerkes ist nicht so schnell wiederzufinden. Für die einen purer Luxus, für die anderen eine Herzensangelegenheit - das ist in heutiger Zeit Keramik aus den heimischen Töpfereien. Sie werden immer weniger und das Überleben ist nicht einfach für diese letzten echten Handwerker. Gemeinsam mit dem erfahrenen Töpfermarktveranstalter Sepp Klement bereitet das Kulturamt der Stadt Radebeul eine Präsentation der liebevoll produzierten Einzelstücke aus Ton auf dem Kirchvorplatz von Altkötzschenbroda vor. Die vielen Arbeitsschritte, angefangen von der Idee und dem Experimentieren mit den Werkstoffen, der Gestaltung, bis zum Herausfinden der richtigen Brenntemperatur geben jedem Stück seinen eigenen Wert.
So unterschiedlich auch ihr Warenangebot ist - alle haben eins gemeinsam: Das Angebot wird ausschließlich in eigenen Werkstätten hergestellt. Die meist nur aus ein bis zwei Mitarbeitern bestehenden Töpfereien haben alle ihre unterschiedliche Formsprache, die von klassisch über rustikal bis sehr modern reicht. Qualität, Professionalität und Einzigartigkeit sind die Kriterien, an denen die Bewerber für einen Standplatz in Radebeul gemessen werden. Den enormen Arbeitsaufwand bis zum fertigen Produkt wird der Laie nur selten kennen, umso mehr freuen sich die Aussteller über das Gespräch mit den Marktbesuchern. Immer wieder - auch auf anderen Märkten - ist Töpfermeister Andreas Leonhardt aus Plauen die Attraktion. Mit einfachsten Mitteln zeigt er das Brennen von Raku-Keramik. Das japanische Wort "Raku" bedeutet "Freude und Glück". Diese Brennmethode ist eine spezielle Technik aus dem mittelalterlichen Japan, die sehr dekorative Keramiken entstehen lässt. Manchmal birst eine Keramik schon beim Reduzieren mittels Sägespäne und Wasser. Dann ist der Meister betrübt, meist jedoch entstehen fabelhafte Farbnuancen - dann freut sich der "Leo" aus Plauen über seine Unikate. Aber es gibt auch alles andere, was sich aus Ton herstellen lässt: Schmuck, Tiere, Brunnen, Gartenkeramik und natürlich Geschirr in vielerlei Ausführungen.