Volksmärchen wurden in Europa seit jeher erzählt. Sie leben von Oralität und zwischenmenschlicher Kommunikation. Kunstmärchen und Märchensammlungen hingegen kamen erst im 15. Jahrhundert in Italien auf. Seit wann gibt es jedoch die Kurzprosa Märchen? Wo liegt wohl der Ursprung der europäischen und Märchen aus 1001 Nacht? Sind Motive, Strukturen und Denkmuster in Märchen kulturspezifisch oder -übergreifend?
Diesen Fragen soll in dem Vortrag zu Märchen aus dem Alten Ägypten nachgegangen werden. „Ich möchte an diesem Abend in eine längst vergangene Kultur entführen.“, so Sabine van Recum. Die Leipziger Studentin der Ägyptologie möchte mit ihrem Vortrag zeigen, dass Märchen Menschen und Kulturen verbinden können und Motive und Protagonistentypen Zeit und Raum überwinden. Und sie fährt fort: „Lassen Sie sich verzaubern, wenn Sie am Hofe des Königs Cheops gemeinsam mit diesem den verwunderlichen Erzählungen seiner Söhne lauschen, mit den Zwei Brüdern auf ihrem beschwerlichen Weg zu einer gemeinsamen und glücklichen Zukunft wandern oder mit dem Verwunschenen Prinzen bangen, dass er seinem seit Geburt vorherbestimmten, traurigen Schicksal entfliehen möge. Vielleicht werden Sie sogar alte Bekannte aus europäischen Fabeln gewahr – oder hätten Sie gewusst, dass die Geschichte von Der Löwe und die Maus ursprünglich aus dem Alten Ägypten stammt?“
Der Vortrag ist eine Veranstaltung der Stadtbibliothek in Zusammenarbeit mit dem CDU-Stadtvorstand Radebeul.