Der Wolf spaltet die Gemüter. Für die Indianer Nordamerikas ist er heilig - in Sachsen derzeit jedoch stark umstritten. Wenn vom 18. - 20. Mai bei den Karl-May-Festtagen in Radebeul deutsche und indianische Kulturen aufeinander treffen, ist dies Gelegenheit einen Blickwechsel. Dazu haben die Organisatoren der Karl-May-Festtage die Wolfsregion Lausitz und das Wildgehege Moritzburg als Kooperationspartner gewinnen können. Vor Ort werden sich beide Partner in Ausstellungen auf dem Festgelände präsentieren und am Samstag, 19. Mai, treffen sich am Hohen Stein im Lößnitzgrund zur "Langen Wolfsnacht" Indianer und sächsische Wolfsexperten. Die einen um Tänze und heilige Rituale zu Ehren des Wolfes zu geben, die anderen um am Lagerfeuer von ihren Erfahrungen mit den sächsischen Wölfen zu berichten und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen.
Ihr Anliegen ist es, die Wiederansiedlung der Wölfe in Sachsen zu einer Erfolgsgeschichte zu machen und die Vorurteile gegen die menschenscheuen Tiere abzubauen. "Eines der größten Vorurteile wird mit der Bezeichnung "Rotkäppchensyndrom" umschrieben. Dass der (gesunde) Wolf eine Gefahr für den Menschen darstellt, trifft jedoch nicht zu", betont Jana Schellenberg, Ansprechpartnerin im Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz. "Die Wölfe in Sachsen haben uns durch ihre selbständige Wiederansiedlung gezeigt, dass sie mit uns leben wollen, jetzt ist es an uns zu zeigen, dass wir mit den Wölfen leben können" - so Bernd Dankert, als Referent für Artenschutz im sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft für die sächsischen Wölfe behördlich zuständig.
Dwayne Frost (Cree-Indianer, Kanada) übernimmt die symbolische Patenschaft für die 10-jährige Wölfin aus dem Wildgehege Moritzburg. Für Dr. Mario Marsch, Forstbezirksleiter im Raum Dresden hat die Patenschaft durch Dwayne Frost eine ganz besondere Bedeutung, denn bei den Cree-Indianern "zeigt sich eine positive Einstellung zum Wolf, die in Deutschland nur noch selten anzutreffen ist." Für den Stamm der Cree gilt der Wolf als Totem - als heiliger Schutzgeist. Auch in seinem künstlerischen Schaffen begleitet der Wolf den kanadischen Indianer. Eine Auswahl seiner "Wolfsbilder" ist vom 15. - 20. Mai im Steigenberger Parkhotel (Radebeul) zu sehen. Zusätzlich wird Dwayne Frost im Vorfeld der Festtage einen überdimensionalen Wolf auf die Felswand am Hohen Stein malen, von wo dieser das Festgelände überblicken und über die lange Wolfsnacht wachen wird.
Weitere Informationen
www.karl-may-fest.de
Link: www.radebeul.de/Aktuelles/Aktuelle+Meldungen/Archiv+2007/Karl+May+Festtage+2007+in+Kooperation+mit+der+Wolfsregion+Lausitz+und+dem+Wildgehege+Moritzburg.print
Datum: 21.05.2012